Die neue EU-Verordnung zur Künstlichen Intelligenz (KI-Verordnung) und ihre Auswirkungen auf Datenschutz & Unternehmen
Die Europäische Union hat mit dem EU AI Act (auch EU KI-Verordnung genannt) das weltweit erste umfassende Gesetz für Künstliche Intelligenz geschaffen. Ziel ist es, Chancen und Risiken der KI-Technologien ausgewogen zu regulieren, Sicherheit und Datenschutz zu gewährleisten und gleichzeitig Innovationen zu fördern. Der EU AI Act ist die erste umfassende KI-Verordnung weltweit und ein zentrales Element europäischer Digitalpolitik.
Inhaltsverzeichnis
- KI verstehen: Erster Kontakt und Basiswissen
- KI in der Arbeitswelt: Chancen, Risiken und neue Rollen
- Das neue KI-Gesetz: EU AI Act im Überblick
- Sicherheit und Datenschutz mit KI: Kernanforderungen für Unternehmen
- Kritische Anwendungen: Wo Unternehmen besonders aufpassen müssen
- KI-Training für Unternehmen mit Herdt Verlag & QuizAcademy
- FAQ: Häufige Fragen zum EU AI Act und Künstlicher Intelligenz (KI-Verordnung der EU)
KI verstehen: Erster Kontakt und Basiswissen
Was ist Künstliche Intelligenz eigentlich?
Der Begriff Intelligenz ist hierbei leicht irreführend, denn KI erzeugt zwar sehr überzeugende Antworten, hat aber kein Bewusstsein und kein echtes Verständnis. Im Gegensatz zu einem Menschen versteht KI die Bedeutung nicht wirklich. Deshalb darf man sie nicht mit echter Intelligenz gleichsetzen. KI-Systeme verarbeiten Daten, erkennen Muster und treffen auf dieser Basis Entscheidungen oder geben Handlungsempfehlungen. Als typische Beispiele begegnen uns im Alltag schon heute Chatbots im Kundenservice, Sprachassistenten wie Siri oder Alexa oder automatische Übersetzungen.

Beim Einsatz von KI dürfen jedoch grundlegende Aspekte wie IT-Sicherheit und Datenschutz nicht auf der Strecke bleiben. Doch bevor wir in rechtliche Details eintauchen, ist es entscheidend, das Grundverständnis von KI zu klären:
- Die KI erkennt Muster in Daten und generiert dadurch passende Antworten.
- Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten, welche Antwort am besten passt, auf Basis von erlernten Mustern und Daten.
- KI-Systeme imitieren menschliches Lernen, Denken und Entscheiden.
- Unterschiedliche Typen: regelbasierte KI, maschinelles Lernen, Deep Learning.
- Praxisbeispiele: automatisierte Übersetzungen, Chatbots, Bilderkennung, Prognosen
Für viele Unternehmen ist KI längst Teil alltäglicher Arbeitsprozesse: Wer ihre Funktionsweise versteht, kann Chancen nutzen und Risiken besser einschätzen. Viele Mitarbeitende haben zunächst Berührungsängste. Doch sobald sie in kleinen Pilotprojekten erleben, wie KI Routinearbeiten vereinfacht, ändert sich die Wahrnehmung – von Skepsis zu Neugier. KI ist also längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein Werkzeug für Produktivität und Effizienz.
Unternehmen jeder Größe müssen sich darauf einstellen, wie sie Künstliche Intelligenz (KI) sicher, rechtskonform und gewinnbringend einsetzen können. In diesem Artikel fassen wir die Grundlagen zusammen, zeigen konkrete Anwendungsfelder in der Arbeitswelt auf und erklären, was Unternehmen über Datenschutz, Sicherheit und die neuen gesetzlichen Vorgaben wissen müssen.
KI in der Arbeitswelt: Chancen, Risiken und neue Rollen
Der Herdt Verlag vermittelt die Grundlagen von KI und den EU AI Act besonders praxisnah und verständlich. Durch kompakte Videos und anschauliche Beispiele gelingt es, selbst komplexe Themen wie Risikoklassen oder Datenschutz so aufzubereiten, dass Unternehmen und Mitarbeitende sie direkt auf ihre Arbeitswelt übertragen können.
Die Videos im Herdt-Kurs zeigen deutlich: KI verändert nicht nur Technologien, sondern ganze Arbeitsabläufe und Rollenbilder.
Chancen:
- Effizienzsteigerung: Automatisierung von Standardprozessen, z. B. Rechnungsprüfung.
- Personalisierte Angebote: KI analysiert Kundendaten und schlägt passende Produkte vor.
- Entlastung von Mitarbeitenden: Weniger monotone Tätigkeiten, mehr Fokus auf Kreativität.
Risiken:
- Fehlerhafte Ergebnisse durch schlechte Trainingsdaten.
- Bias/Diskriminierung im Recruiting oder bei Kreditentscheidungen.
- Arbeitsplatzunsicherheit: Mitarbeitende fürchten, ersetzt zu werden.
Unternehmen sollten klar kommunizieren, dass KI nicht Menschen „abschafft“, sondern Rollen verändert. Jobs wandeln sich – von der manuellen Tätigkeit hin zur Überwachung, Steuerung und Bewertung von KI-Systemen.
Das neue KI-Gesetz: EU AI Act im Überblick
Mit dem EU AI Act (KI-Verordnung) hat die Europäische Union weltweit erstmals ein rechtsverbindliches Rahmenwerk für Künstliche Intelligenz geschaffen. Ziel ist es, Innovation zu fördern und zugleich Risiken zu minimieren. Für Unternehmen bedeutet das: KI-Einsatz ist künftig nicht mehr nur eine technische oder wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch eine rechtliche und ethische Verpflichtung. Die Verordnung schafft ein Risikoklassifikationssystem, das bestimmt, wie streng Anforderungen ausfallen.
Die KI-Verordnung bringt ein Risikoklassifikationssystem:
- Unzulässige KI: Anwendungen, die gegen Grundrechte verstoßen – z. B. Social Scoring, manipulative Systeme oder KI, die Emotionen am Arbeitsplatz überwacht. → Diese sind vollständig verboten.
- Hochrisiko-KI: Systeme in besonders sensiblen Bereichen wie Medizin, Personalwesen (Recruiting), Finanzwesen oder kritische Infrastrukturen. → Sie unterliegen strengen Auflagen.
- Geringes oder minimales Risiko: Anwendungen wie Chatbots oder Produktempfehlungssysteme. → Sie dürfen eingesetzt werden, müssen aber Transparenzstandards erfüllen.
Pflichten für Unternehmen (je nach Risikoklasse)
- Dokumentation & Risikomanagement: Jedes Unternehmen muss nachvollziehbar dokumentieren, wie ein KI-System trainiert, getestet und überwacht wird.
- Transparenzberichte & Aufsichtspflichten: Ergebnisse müssen für Nutzer erklärbar sein; menschliche Aufsicht ist zwingend vorgeschrieben.
- Schulung der Mitarbeitenden: Betroffene Abteilungen müssen im Umgang mit KI und regulatorischen Anforderungen geschult werden.
- Nachweise für Konformität: Unternehmen müssen Prüfverfahren (sogenannte Konformitätsbewertungen) durchlaufen und entsprechende Nachweise aufbewahren.
Sanktionen bei Verstößen
- Bußgelder von bis zu 30 Mio. € oder 6 % des weltweiten Jahresumsatzes (je nachdem, welcher Betrag höher ist).
- Verstöße gegen Transparenzpflichten oder die Einordnung in falsche Risikoklassen können ebenfalls sanktioniert werden.
Unternehmen sollten frühzeitig eine AI-Governance-Struktur aufbauen, die technische, rechtliche und ethische Fragen bündelt – ähnlich wie bei der DSGVO-Einführung.
Sicherheit und Datenschutz mit KI: Kernanforderungen für Unternehmen
Mit dem Einsatz von KI-Systemen wachsen die Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit erheblich. Der EU AI Act legt hier strenge Maßstäbe an und ergänzt bestehende europäische Regelwerke wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Für Unternehmen bedeutet das: Rechts- und Compliance-Abteilungen müssen eng mit IT und Fachbereichen zusammenarbeiten.
Unternehmen müssen gewährleisten:
- Transparenzpflichten: Nutzer müssen erfahren, wenn sie mit KI interagieren.
- Datenqualität: Nur saubere, repräsentative Daten dürfen zur KI-Entwicklung verwendet werden.
- Cybersicherheit: Schutz vor Manipulation und Missbrauch.
- DSGVO-Konformität: Personenbezogene Daten dürfen nur rechtmäßig verarbeitet werden.
Kritische KI-Anwendungen sind das Herzstück der Regulierung im EU AI Act. Hier entscheidet sich, ob Unternehmen es schaffen, den Spagat zwischen technologischem Fortschritt und gesellschaftlicher Verantwortung zu meistern. Wer frühzeitig klare Regeln, Transparenzmechanismen und Kontrollinstanzen etabliert, kann die Chancen von KI nutzen – ohne rechtliche Risiken einzugehen.
Besonders kritisch wird es, wenn Unternehmen externe KI-Tools einsetzen – etwa für Textgenerierung, Übersetzungen oder Bildanalyse. Viele dieser Anwendungen stammen aus den USA oder China und unterliegen nicht automatisch der DSGVO. Unternehmen sind deshalb verpflichtet, zu prüfen:
- Werden Daten in Drittländer übertragen?
- Gibt es Standardvertragsklauseln oder andere Garantien für ein angemessenes Datenschutzniveau?
- Werden personenbezogene Daten verarbeitet, ohne dass die Nutzer dies wissen oder eingewilligt haben?
Wer hier nicht sorgfältig prüft, riskiert nicht nur Bußgelder von bis zu 30 Mio. € oder 6 % des Jahresumsatzes (EU AI Act), sondern auch DSGVO-Strafen von bis zu 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes.
Kritische Anwendungen: Wo Unternehmen besonders aufpassen müssen
Nicht jede KI-Anwendung ist gleich kritisch. Während Chatbots oder Empfehlungssysteme vergleichsweise harmlos wirken, gibt es Einsatzfelder, bei denen ein Fehlverhalten gravierende Folgen haben kann – für Menschen, Unternehmen und ganze Gesellschaften. Genau hier setzt der EU AI Act an: Er legt fest, dass bestimmte Anwendungsbereiche als Hochrisiko-KI eingestuft werden und damit unter besonders strenge Regulierung fallen.
Diese Hochrisiko-Systeme berühren häufig sensible Grundrechte, betreffen sicherheitsrelevante Infrastrukturen oder haben unmittelbaren Einfluss auf das Leben von Menschen. Unternehmen, die in diesen Bereichen tätig sind, müssen deshalb besonders sorgfältig prüfen, ob ihre Systeme den Vorgaben entsprechen.
Besonders reguliert sind KI-Einsätze in sensiblen Bereichen:
- Gesundheitswesen: KI unterstützt Diagnosen – hier muss höchste Transparenz gelten.
- Finanzsektor: Kreditvergaben dürfen nicht diskriminieren.
- HR & Recruiting: Algorithmen dürfen Bewerber nicht benachteiligen.
- Bildungssektor: Fairness, Transparenz und der Schutz sensibler Daten müssen gewährleistet sein.
Für Unternehmen in diesen sensiblen Bereichen reicht es nicht, nur die gesetzlichen Mindestanforderungen einzuhalten. Sinnvoll ist der Aufbau von Ethik-Komitees oder internen Kontrollgremien, die regelmäßig prüfen, ob KI-Systeme fair, sicher und transparent arbeiten. Eine solche Governance-Struktur schafft nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch Vertrauen bei Kunden, Partnern und Mitarbeitenden.
KI-Training für Unternehmen mit Herdt Verlag & QuizAcademy
Der EU AI Act ist ein Meilenstein in der europäischen Regulierung und setzt international Standards. Für Unternehmen gilt: Wer KI rechtssicher einsetzen will, muss frühzeitig eine AI-Governance-Struktur aufbauen – eine Schnittstelle zwischen Technologie, Recht und Ethik.
KI sicher einzusetzen bedeutet,
- Mitarbeitende gezielt zu schulen,
- rechtliche Vorgaben wie Datenschutz und Urheberrecht einzuhalten,
- Haftungsfragen zu klären und
- KI-Systeme verantwortungsvoll sowie rechtskonform zu nutzen.
Dazu gehört, alle eingesetzten KI-Anwendungen zu inventarisieren, ihre Risikoklasse zu bewerten, Compliance-Prozesse – ähnlich wie bei der DSGVO – anzupassen und durch Awareness-Trainings sowie praxisnahe Weiterbildung die Qualifikation der Mitarbeitenden sicherzustellen. Gerade in diesen sensiblen Einsatzfeldern zeigt sich: Verantwortungsvoll eingesetzte KI ist nicht nur eine Compliance-Frage, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die hier Standards setzen, werden in Zukunft nicht nur regulatorisch sicher agieren, sondern auch das Vertrauen langfristig stärken.

Um dieses komplexe Thema verständlich aufzubereiten, bietet der Herdt Verlag in Kooperation mit QuizAcademy den kostenfreien Einführungskurs „EU AI Act & KI-Verordnung“.
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FAQ: Häufige Fragen zum EU AI Act und Künstlicher Intelligenz (KI-Verordnung der EU)
Was ist der EU AI Act (KI-Verordnung der EU)?
Der EU AI Act ist die neue EU-Verordnung für Künstliche Intelligenz. Sie legt europaweit einheitliche Regeln für den Einsatz von KI fest, um Sicherheit, Transparenz und Datenschutz zu gewährleisten. Unternehmen müssen ihre KI-Systeme künftig nach Risikoklassen einordnen und bestimmte Auflagen erfüllen.
Ab wann gilt der EU AI Act?
Der EU AI Act tritt stufenweise in Kraft. Ab 2026 gelten die meisten Vorschriften verbindlich. Unternehmen sollten sich jedoch bereits jetzt vorbereiten, da Hochrisiko-KI-Anwendungen umfangreiche Dokumentations- und Prüfpflichten erfordern.
Welche KI-Anwendungen sind nach der EU-Verordnung verboten?
Unzulässig sind KI-Systeme, die Grundrechte verletzen – etwa:
- Social Scoring (Bewertung von Personen durch staatliche Stellen)
- Manipulative KI, die Verhalten unbemerkt beeinflusst
- Echtzeit-Biometrie zur Massenüberwachung im öffentlichen Raum
Was gilt als Hochrisiko-KI nach dem AI Act?
Als Hochrisiko eingestuft sind z. B.:
- KI im Personalwesen (Bewerberauswahl, Mitarbeiterüberwachung)
- Diese Systeme unterliegen strengen Transparenz- und Prüfpflichten.
- KI im Gesundheitswesen (Diagnoseunterstützung, Medizintechnik)
- KI im Finanzsektor (Kreditentscheidungen, Risikobewertungen)
Welche Pflichten haben Unternehmen durch die KI-Verordnung?
Unternehmen müssen je nach Risikoklasse sicherstellen:
- Nachweise zur Konformität gegenüber Behörden
- Dokumentation & Risikomanagement
- Transparenzpflichten (Nutzer müssen erkennen, wenn KI im Einsatz ist)
- Menschliche Aufsicht bei kritischen Entscheidungen
Wie hängt der EU AI Act mit dem Datenschutz (DSGVO) zusammen?
Beide Regelwerke ergänzen sich:
- Der EU AI Act regelt, unter welchen Bedingungen KI eingesetzt werden darf.
- Die DSGVO regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet werden dürfen.
Für Unternehmen bedeutet das: KI-Systeme müssen DSGVO-konform und gleichzeitig AI-Act-konform sein.
Welche Sanktionen drohen bei Verstößen gegen den EU AI Act?
Bei Verstößen drohen hohe Strafen:
- bis zu 30 Mio. € oder
- bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes (je nachdem, welcher Wert höher ist).
Damit sind die Bußgelder sogar höher als bei DSGVO-Verstößen.
Wie können Unternehmen den EU AI Act praktisch umsetzen?
- Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme sind im Einsatz?
- Risikoklassifizierung: Einstufung nach den Vorgaben der Verordnung.
- Governance-Struktur: Einrichtung von Kontrollgremien oder Ethikboards.
- Schulung der Mitarbeitenden: Sensibilisierung für KI-Risiken und Pflichten.
- Dokumentation & Audits: Nachweise für Behörden und Geschäftspartner sichern.
Welche Vorteile haben Unternehmen durch die KI-Verordnung?
- Rechtssicherheit beim Einsatz von KI
- Vertrauensgewinn bei Kunden und Partnern
- Wettbewerbsvorteil, wenn Compliance und Transparenz aktiv gelebt werden
- Frühzeitige Anpassung schafft Handlungsspielraum und senkt Risiken
Mit dem Kurs zu EU AI Act & KI-Verordnung des Herdt Verlags in QuizAcademy können Unternehmen Mitarbeitende praxisnah und interaktiv schulen – ideal zur Vorbereitung auf die neuen rechtlichen Anforderungen.
